«Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

«Es ist vollbracht» – «tetelestai» – diese Worte soll einst gemäss Überlieferung jemand am Kreuz gerufen haben. Es möge mir erlaubt sein, dass ich – 2000 Jahre später und (wieder) kurz vor Ostern – die Worte ebenfalls in den Mund nehme und in die Tasten haue, denn es herrscht Freude: Das Buch mit dem Titel … Weiterlesen «Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

Literaturtipp: Matera und die Basilikata im aktuellen «Zibaldone»

Matera ist heuer neben dem bulgarischen Plovdiv Kulturhauptstadt Europas und geniesst derzeit auch in der deutschsprachigen Presse, in Magazinen, Zeitungen, Zeitschriften, aber auch Fernsehdokumentationen eine beachtliche Aufmerksamkeit. Allen steht das Verdienst zu, eine lange verborgene Gegend mit ihren Schönheiten, zugänglich zu machen. Wenngleich doch häufig etwas das Image des Phönix aus der Asche («Von der … Weiterlesen Literaturtipp: Matera und die Basilikata im aktuellen «Zibaldone»

Das Rad und der hässliche Basilisk

 «E tutto una ruota», pflegte meine Nonna zu sagen. «Alles ist ein Rad». Die alte Welt der Bauern war eine Welt der ewigen Kreisläufe. Meine Grossmutter wird aber heute noch zitiert, wenn meine älteren Verwandten sich mit Leuten treffen und sie sich gegenseitig das Leid des Alterns klagen, von Verlusten, Krankheiten und Todesfällen, der Fatica, … Weiterlesen Das Rad und der hässliche Basilisk

Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Pilze findet man nicht mit der Wünschelrute, sondern vor allem mit Wissen und Erfahrung. Die Basilicata ist durchaus reich an Pilzen, vom Steinpilz bis zum Trüffel findet man alles Mögliche, was den Teller bereichert. Doch ab Oktober spriesst der berühmteste Pilz der Basilicata und der hat durchaus mit Ruten zu tun: der Cardoncello. Er ist … Weiterlesen Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Francesco kann die PET-Flasche kaum halten. Mit zitternden Händen hält er sie über das Glas und der blutschwarze Saft ergiesst sich aus der wiederverwendeten Mineralwasserflasche stossweise in das Glas. Früher wurde mir bange; wer um Himmels Willen soll das alles trinken? Der Wein ist stark, soviel vorweg. Ich schaute hoffnungsvoll auf die Taralli – wunderbare … Weiterlesen Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

Ein ausgestossener Ton, den man nicht verschriftlichen kann, dafür umso amüsanter das Bild: Ich erinnere mich, wie meine Mutter – wie von der Tarantel gestochen – bei einem Waldspaziergang in der Nähe von Pomarico einen erstaunlich sportlichen Satz machte, vom einen zum anderen Wegesrand, mit den Armen fuchtelnd. – Eine Schlange! Prolog Ich habe zwar … Weiterlesen Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata

Was das Christuskind wohl zur Musik sagt? Ich betrachte die Figur eines Dudelsackspielers auf der grossen Krippenlandschaft. Ich habe vor der grossen Anlage in einem Seitenraum der grossen Kirche von Picciano Halt gemacht und festgestellt, dass die Figuren – zwar um einiges grösser – unseren Exemplaren gleichen, die im Hausbrand nach jahrelangem Sammeln ihr Ende … Weiterlesen In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata

«Basta che si sta bene» – Hymnen an die Basilicata und Oden an den Reichtum der Genügsamkeit

«Basta che si sta bene.» – «Hauptsache, es geht einem gut.» Die zierliche, kaum 1,50 Meter grosse Frau in schwarzem Gewand (die übliche Tracht der Witwen, die bis vor kurzem praktisch alle Frauen trugen), streicht sich über das von Falten zerfurchte Gesicht und schaut in die Ferne. Sie sagt es immer wieder, als ob sie … Weiterlesen «Basta che si sta bene» – Hymnen an die Basilicata und Oden an den Reichtum der Genügsamkeit

Mystische Begegnungen und Erfahrungen: Die Hochzeit der Bäume

Kürzlich habe ich gelesen, dass seit 2013 in verschiedenen südamerikanischen Ländern Hochzeiten zwischen Menschen und Bäumen gefeiert werden; die Aktion wurde von einem Schauspieler angeregt, der selbst bereits in Polygamie mit mehreren Bäumen lebt, und hat einen ernsten Hintergrund: Mit diesen Feiern sollte ein Zeichen gegen die fortschreitende und vor allem illegale Abholzung gesetzt werden.[1] … Weiterlesen Mystische Begegnungen und Erfahrungen: Die Hochzeit der Bäume

Auf den Spuren der «strade ferrate»: Eisenbahn in der Basilicata

Ich treffe Christus am Kiosk an der Piazza Matteoti in Matera. «Siehst Du das rötliche Gebäude geradeaus?» Er nickt. «Das ist der Bahnhof von Matera.» Da mich mein Reisegefährte ungläubig anschaut, zumal keine Gleise sichtbar sind und ich ihm eine Bahnfahrt über die Alta Murgia versprochen habe, hole ich weiter aus: «Für die einen ist … Weiterlesen Auf den Spuren der «strade ferrate»: Eisenbahn in der Basilicata

Maria Magdalenas Auferstehung als Apostolin – Auf Reise in einer suggestiven Landschaft und Filmkulisse

Es waren eiskalte Novembertage, als 2016 wieder einmal eine Film-Crew Matera für eine grössere Produktion in Beschlag genommen hatte. Unzählige Komparsinnen und Komparsen, die man aus der Gegend rekrutiert hatte, warten in Gewändern aus biblischen Zeiten und Sandalen auf Anweisungen. Ich will mir nicht ausmalen, wie erfrischend etwa die Taufszenen bei diesen Temperaturen im Wasser … Weiterlesen Maria Magdalenas Auferstehung als Apostolin – Auf Reise in einer suggestiven Landschaft und Filmkulisse

«Quo vadis?» – Das faltige Gesicht einer alten Landschaft voller Kontraste

Wir fahren mit dem Zug von Potenza her kommend in das Basento-Tal; Grassano, auf den Spuren Carlo Levis, der die Landschaft damals um einiges langsamer als wir auf sich einwirken lassen konnte. Bald sind wir da, nächster Halt Ferrandina. Christus blickt in die Ferne. Unser Blick folgt den vorbeiziehenden Hügelzügen, die das Tal säumen. Ungeordnete … Weiterlesen «Quo vadis?» – Das faltige Gesicht einer alten Landschaft voller Kontraste

«Cucina povera»: Auf der Suche nach dem Reichtum der Arme-Leute-Küche

«Lieber mit leerem Magen zu Bett gehen als morgens mit Schulden aufwachen.» So lautet eine der vielen sprichwörtlichen Weisheiten der einst sehr armen Gegend, die auch immer wieder den Bereich des Essens berühren. Natürlich spielt das Sprichwort auf das harte Leben auf der lukanischen Erde – ob auf den Hügeln, in den Bergen, auf den … Weiterlesen «Cucina povera»: Auf der Suche nach dem Reichtum der Arme-Leute-Küche

Grüne Schätze – Auch Kohlköpfe können Gesundes essen

«Er ist ein richtiger Stängelkohl!» – So müsste man das wohl übersetzen; und es verliert dabei sogleich gänzlich an Klang und Wirkung. «È una vera cima di rapa!» – Das Original klingt schon besser, aber es fehlt noch etwas. Richtig: eine Handbewegung. – Italienisch ist bekanntlich eine Sprache mit viel Körpereinsatz und verfügt über einen … Weiterlesen Grüne Schätze – Auch Kohlköpfe können Gesundes essen

Wo ist Chitaridd? – Banditen, Räuber, Sozialrebellen und Lukaniens letzter Brigant

«Wer ist das?» – Wir stehen an einem Stand eines jungen Verkäufers in den Sassi von Matera. Christus nimmt neugierig eines der schwarzen T-Shirts in die Hand und mustert die darauf abgedruckte Person. «Chitaridd», antwortet der junge Verkäufer, «der letzte Brigant.» – «Unser Brigant», fügt ein anderer augenzwinkernd hinzu, und schon nähern sich Personen, die … Weiterlesen Wo ist Chitaridd? – Banditen, Räuber, Sozialrebellen und Lukaniens letzter Brigant

Aus Bitterem wächst Süsses – Der Birnbaum in uns

«Halt an, halt an». Ich drücke auf die Bremse – keine Vollbremsung, dafür tuckern wir auf dieser von Bäumen und Gebüschen gesäumten Landstrasse voller Schlaglöcher und ausgewaschenen Unebenheiten ohnehin schon viel zu langsam. Die Bremsung wirbelt trotzdem gehörig Staub auf; es ist trocken und heiss an diesem Julinachmittag. Wir müssen nirgends hin, wir sind nur … Weiterlesen Aus Bitterem wächst Süsses – Der Birnbaum in uns

Einblicke: Das unsichtbare Herz Süditaliens

Der Film beginnt monumental: Langsam dreht sich der Globus, und wie die Ansicht mit Afrika und Europa ins Blickfeld kommt, hört man eine Stimme: «Buongiorno, ich bin Gott.» – Hoppla! – War ja klar: Nachdem Christus angeblich nur bis Eboli gekommen ist, musste sich irgendwann ja einmal sein Vater melden, um nach dem Rechten zu … Weiterlesen Einblicke: Das unsichtbare Herz Süditaliens

Eine Scheibe Glück: Pane e pomodoro

Wenn auf Italienisch etwas «la fine del mondo» – wörtlich: das Ende der Welt – ist, dann ist es herrlich. Und im Fall des Pane e Pomodoro ist die Welt für einmal eine Scheibe; und niemand braucht da über den Tellerrand zu schauen, denn zu Hause ist das schlichte Gericht am besten! La fine del … Weiterlesen Eine Scheibe Glück: Pane e pomodoro

Ein Topf Dankbarkeit: «La Crapiata»

Eintöpfe gehören vermutlich zu den ursprünglichsten Formen des Kochens. Alles andere als einseitig, aber geduldig, nährend und nicht zuletzt verbindend. 2017 habe ich in Matera einen besonders vielfältigen Eintopf entdeckt, der es im wörtlichen und übertragenen Sinn in sich hat – und bin dabei wieder bei den Bohnen gelandet[1]: La Crapiata. Verschiedene Hülsenfrüchte sind nämlich … Weiterlesen Ein Topf Dankbarkeit: «La Crapiata»

Mütter, Töne und Tomaten

«Ninuccio!» – Antonio unterbrach sein Violinspiel und wandte sich zu seiner Zuhörerin um. «Ja, Mutter?» – «Komm mal her.» Der Junge legte Instrument und Bogen auf den Tisch und eilte zu ihr. Sie sass in ihrem Lieblingssessel neben dem Kamin, Venedigs Abendsonne schien durch das Fenster und streichelte ihre Wangen. Sie lauschte dem Spiel ihres … Weiterlesen Mütter, Töne und Tomaten