Ferien in Colobraro: ein liebevoller Reisebericht eines Heimkehrenden

Colobraro – Noch heute findet man Leute, die zuerst leer schlucken, wenn sie den Namen dieses Ortes hören. Ein kleines Dorf in der Provinz Matera, in der süditalienischen Region Basilicata. Auf dem Blog und im Buch habe ich über dieses Dorf und seinen Ruf berichtet. «Jenes Dorf» sagen sie – aber genau in jenes Dorf … Weiterlesen Ferien in Colobraro: ein liebevoller Reisebericht eines Heimkehrenden

Pomarico celebra Vivaldi

Sagt Ihnen der Name Calicchio etwas? Vermutlich nicht oder nicht auf den ersten Blick. Beim Namen Antonio Lucio Vivaldi «klingt» doch schon eher etwas an und die «Vier Jahreszeiten» kommen einem etwa in den Sinn. Im Buch habe ich davon erzählt, dass der venezianische Komponist Wurzeln in Pomarico hat.[1] Ein 2011 leider zu früh verstorbener … Weiterlesen Pomarico celebra Vivaldi

Zum Reisebegleiter nun der Reiseführer aus freundschaftlicher Schreibstube. Literaturtipp aus dem Reise-Know-how Verlag

Ich gebe es zu: Ich war schon ziemlich stolz, als der renommierte Reisebuch-Autor und Reiseleiter Peter Amann meinen Blog gefunden hatte, mich daraufhin ein Telefonanruf aus München erreicht hat. Peter befand sich in der Schlussphase seines Werkes und berichtete mir, dass er auf meinem Blog viele zusätzliche Entdeckungen gemacht habe. Er ermunterte mich darum, mein … Weiterlesen Zum Reisebegleiter nun der Reiseführer aus freundschaftlicher Schreibstube. Literaturtipp aus dem Reise-Know-how Verlag

«Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

«Es ist vollbracht» – «tetelestai» – diese Worte soll einst gemäss Überlieferung jemand am Kreuz gerufen haben. Es möge mir erlaubt sein, dass ich – 2000 Jahre später und (wieder) kurz vor Ostern – die Worte ebenfalls in den Mund nehme und in die Tasten haue, denn es herrscht Freude: Das Buch mit dem Titel … Weiterlesen «Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

Literaturtipp: Matera und die Basilikata im aktuellen «Zibaldone»

Matera ist heuer neben dem bulgarischen Plovdiv Kulturhauptstadt Europas und geniesst derzeit auch in der deutschsprachigen Presse, in Magazinen, Zeitungen, Zeitschriften, aber auch Fernsehdokumentationen eine beachtliche Aufmerksamkeit. Allen steht das Verdienst zu, eine lange verborgene Gegend mit ihren Schönheiten, zugänglich zu machen. Wenngleich doch häufig etwas das Image des Phönix aus der Asche («Von der … Weiterlesen Literaturtipp: Matera und die Basilikata im aktuellen «Zibaldone»

Aktuelles

Neujahrsgrüsse und Bericht über den Stand der Arbeiten Liebe Leserinnen und Leser Mit dem Bild des aussergewöhnlich reichlich verschneiten Pomarico grüsse ich Sie herzlich und wünsche Ihnen auf diesem Weg alles Gute im neuen Jahr. Verbunden mit dem besten Dank für die treue Leserschaft. Sie haben es bemerkt, drei Artikel haben Sie kürzlich erreicht. Ich … Weiterlesen Aktuelles

Was ist Arbeit? – Eine Suche voller Fatica

Vor Jahren wurde ich einmal von einem zurückgekehrten Emigranten, der unterdessen als Bauer ausserhalb Pomaricos ein grösseres Stück Land bewirtschaftete, gefragt, womit ich – wörtlich – mein Brot verdiene. Er wollte also wissen, was ich beruflich tue. Die nur auf den ersten Blick banal klingende Frage und die Begegnung haben mich beschäftigt. Denn mir wurde … Weiterlesen Was ist Arbeit? – Eine Suche voller Fatica

Das Rad und der hässliche Basilisk

 «E tutto una ruota», pflegte meine Nonna zu sagen. «Alles ist ein Rad». Die alte Welt der Bauern war eine Welt der ewigen Kreisläufe. Meine Grossmutter wird aber heute noch zitiert, wenn meine älteren Verwandten sich mit Leuten treffen und sie sich gegenseitig das Leid des Alterns klagen, von Verlusten, Krankheiten und Todesfällen, der Fatica, … Weiterlesen Das Rad und der hässliche Basilisk

Von Hirten, Herden und Hörnern: Ein Flirt mit dem Käseland Lukanien

Verhält sich jemand wie ein Casanova, gibt es dafür im Italienischen eine merkwürdige Redewendung: Fare il Provolone. Ich nehme an, das hat mit diesem berühmten Käse nicht viel mehr zu tun als dass eine gewisse lautmalerische Nähe zum Verb provarci – eben, es überall «versuchen» – besteht. Aber wir verfolgen das nicht weiter. Christus möchte … Weiterlesen Von Hirten, Herden und Hörnern: Ein Flirt mit dem Käseland Lukanien

Tschingg!

«Was ist ein Tschingg?», fragte mich Christus, nachdem ich mit einem älteren Herrn über seine Zeit als Gastarbeiter in der Schweiz gesprochen habe. Solche Gespräche führe ich immer wieder und stets lerne ich dabei etwas Neues. Gastarbeiter – Dieses Wort stört mich übrigens auch jedes Mal von neuem. Gast zu sein, ist hier im Süden … Weiterlesen Tschingg!

Die «Tavolata Christi» als Offenbarung – Eine önogastronomische Rundschau durch Lukaniens Tafel und Küche

Christus nippt an seinem Aperitif. Die Reise neigt sich seinem Ende zu. Voller Eindrücke, das Drücken vor dem Kofferpacken und die drohende Melancholie des Abschieds, ich kaue nachdenklich auf dem Bleistift herum. «Je mehr ich geschrieben habe, umso mehr habe ich den Eindruck, dass das Buch ein Buch der nie geschriebenen Kapitel und Gedanken sein … Weiterlesen Die «Tavolata Christi» als Offenbarung – Eine önogastronomische Rundschau durch Lukaniens Tafel und Küche

Die Frittata – Alles andere als flach

Es sind die einfachen Dingen, die das Leben ausmachen. Und manchmal erscheinen sie so simpel, so verbreitet und kommun, dass ein Aussenstehender nur ungläubig zusehen und zuhören kann, wenn jemand davon schwärmt.[1] Bei genauerem Hinsehen, Hinhören – und Hin-Schmecken – vermag man dann vielleicht verstehen, worin das gewisse Etwas liegt. So zum Beispiel bei der … Weiterlesen Die Frittata – Alles andere als flach

Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Pilze findet man nicht mit der Wünschelrute, sondern vor allem mit Wissen und Erfahrung. Die Basilicata ist durchaus reich an Pilzen, vom Steinpilz bis zum Trüffel findet man alles Mögliche, was den Teller bereichert. Doch ab Oktober spriesst der berühmteste Pilz der Basilicata und der hat durchaus mit Ruten zu tun: der Cardoncello. Er ist … Weiterlesen Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Das weisse Schaf

Ein Schnappschuss der besonderen Art: Was macht dieses weisse Lamm inmitten schwarzer Ziegen? Ich stand auf einer kleinen Erhebung und beobachtete, wie Antonio, der Gehilfe des Hofes, eine Herde von circa 200 schwarzen lukanischen Ziegen in einer langen Kolonne Richtung Gehege trieb. Faszinierend der Anblick des Spektakels, die Rufe des Hirten, das Bellen der Hunde, … Weiterlesen Das weisse Schaf

Nonnas Pantoffeln – Tod auf Lukanisch

«Ich friere. Ihr habt vergessen, mir meine Lieblingsjacke in den Sarg zu legen.» … «Aber keine Sorge: Morgen wird Giovanni sterben; gebt ihm die Jacke mit.» – Schweissgebadet, schwer atmend schreckt Margherita auf. Was für ein Traum. Annunziata ist gestern beerdigt worden. Eingemauert in einer Wand voller Grabnischen. Margheritas Mann dreht sich im Bett. «Was … Weiterlesen Nonnas Pantoffeln – Tod auf Lukanisch

Zeugnis ruralen Lebens: «Lucanica», die lukanische Salsiccia

Der Tisch drohte jeweils zusammenzubrechen, nachdem wir all die Pakete, Säcke, Kanister und weitere Waren aus dem Auto in die Wohnung geschleppt hatten. «Das alles habt ihr mitgebracht?» Wo die eigenen Koffer noch Platz gefunden haben, getraute man sich fast nicht zu fragen. Dass meine Grossmutter die ganze Strecke auf ihren Knien irgendwo in dieser … Weiterlesen Zeugnis ruralen Lebens: «Lucanica», die lukanische Salsiccia

Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Francesco kann die PET-Flasche kaum halten. Mit zitternden Händen hält er sie über das Glas und der blutschwarze Saft ergiesst sich aus der wiederverwendeten Mineralwasserflasche stossweise in das Glas. Früher wurde mir bange; wer um Himmels Willen soll das alles trinken? Der Wein ist stark, soviel vorweg. Ich schaute hoffnungsvoll auf die Taralli – wunderbare … Weiterlesen Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

Ein ausgestossener Ton, den man nicht verschriftlichen kann, dafür umso amüsanter das Bild: Ich erinnere mich, wie meine Mutter – wie von der Tarantel gestochen – bei einem Waldspaziergang in der Nähe von Pomarico einen erstaunlich sportlichen Satz machte, vom einen zum anderen Wegesrand, mit den Armen fuchtelnd. – Eine Schlange! Prolog Ich habe zwar … Weiterlesen Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

Maiatica und Co. – Oliven und das flüssige Gold

«Kennst Du das Cultivar oder die Cultivare, die in diesem Öl stecken?» – Ich muss mich unvermittelt etwas räuspern; nicht etwa, weil das Olivenöl, das ich gerade verköstige, im Hals sanft kratzt, vielmehr aus Verlegenheit. «Ich meine die Sorten, die verwendet wurden», sagt Gabriele schmunzelnd und verzieht seinen Mund, während er die goldene Substanz zwischen … Weiterlesen Maiatica und Co. – Oliven und das flüssige Gold

In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata

Was das Christuskind wohl zur Musik sagt? Ich betrachte die Figur eines Dudelsackspielers auf der grossen Krippenlandschaft. Ich habe vor der grossen Anlage in einem Seitenraum der grossen Kirche von Picciano Halt gemacht und festgestellt, dass die Figuren – zwar um einiges grösser – unseren Exemplaren gleichen, die im Hausbrand nach jahrelangem Sammeln ihr Ende … Weiterlesen In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata