«Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

«Es ist vollbracht» – «tetelestai» – diese Worte soll einst gemäss Überlieferung jemand am Kreuz gerufen haben. Es möge mir erlaubt sein, dass ich – 2000 Jahre später und (wieder) kurz vor Ostern – die Worte ebenfalls in den Mund nehme und in die Tasten haue, denn es herrscht Freude: Das Buch mit dem Titel … Weiterlesen «Matera, die Basilicata und ich» – Das Buch ist da – ecco il libro!

Was ist Arbeit? – Eine Suche voller Fatica

Vor Jahren wurde ich einmal von einem zurückgekehrten Emigranten, der unterdessen als Bauer ausserhalb Pomaricos ein grösseres Stück Land bewirtschaftete, gefragt, womit ich – wörtlich – mein Brot verdiene. Er wollte also wissen, was ich beruflich tue. Die nur auf den ersten Blick banal klingende Frage und die Begegnung haben mich beschäftigt. Denn mir wurde … Weiterlesen Was ist Arbeit? – Eine Suche voller Fatica

Das Rad und der hässliche Basilisk

 «E tutto una ruota», pflegte meine Nonna zu sagen. «Alles ist ein Rad». Die alte Welt der Bauern war eine Welt der ewigen Kreisläufe. Meine Grossmutter wird aber heute noch zitiert, wenn meine älteren Verwandten sich mit Leuten treffen und sie sich gegenseitig das Leid des Alterns klagen, von Verlusten, Krankheiten und Todesfällen, der Fatica, … Weiterlesen Das Rad und der hässliche Basilisk

Von Hirten, Herden und Hörnern: Ein Flirt mit dem Käseland Lukanien

Verhält sich jemand wie ein Casanova, gibt es dafür im Italienischen eine merkwürdige Redewendung: Fare il Provolone. Ich nehme an, das hat mit diesem berühmten Käse nicht viel mehr zu tun als dass eine gewisse lautmalerische Nähe zum Verb provarci – eben, es überall «versuchen» – besteht. Aber wir verfolgen das nicht weiter. Christus möchte … Weiterlesen Von Hirten, Herden und Hörnern: Ein Flirt mit dem Käseland Lukanien

Die «Tavolata Christi» als Offenbarung – Eine önogastronomische Rundschau durch Lukaniens Tafel und Küche

Christus nippt an seinem Aperitif. Die Reise neigt sich seinem Ende zu. Voller Eindrücke, das Drücken vor dem Kofferpacken und die drohende Melancholie des Abschieds, ich kaue nachdenklich auf dem Bleistift herum. «Je mehr ich geschrieben habe, umso mehr habe ich den Eindruck, dass das Buch ein Buch der nie geschriebenen Kapitel und Gedanken sein … Weiterlesen Die «Tavolata Christi» als Offenbarung – Eine önogastronomische Rundschau durch Lukaniens Tafel und Küche

Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Pilze findet man nicht mit der Wünschelrute, sondern vor allem mit Wissen und Erfahrung. Die Basilicata ist durchaus reich an Pilzen, vom Steinpilz bis zum Trüffel findet man alles Mögliche, was den Teller bereichert. Doch ab Oktober spriesst der berühmteste Pilz der Basilicata und der hat durchaus mit Ruten zu tun: der Cardoncello. Er ist … Weiterlesen Cardoncello – Der Papst unter den Pilzen

Das weisse Schaf

Ein Schnappschuss der besonderen Art: Was macht dieses weisse Lamm inmitten schwarzer Ziegen? Ich stand auf einer kleinen Erhebung und beobachtete, wie Antonio, der Gehilfe des Hofes, eine Herde von circa 200 schwarzen lukanischen Ziegen in einer langen Kolonne Richtung Gehege trieb. Faszinierend der Anblick des Spektakels, die Rufe des Hirten, das Bellen der Hunde, … Weiterlesen Das weisse Schaf

Zeugnis ruralen Lebens: «Lucanica», die lukanische Salsiccia

Der Tisch drohte jeweils zusammenzubrechen, nachdem wir all die Pakete, Säcke, Kanister und weitere Waren aus dem Auto in die Wohnung geschleppt hatten. «Das alles habt ihr mitgebracht?» Wo die eigenen Koffer noch Platz gefunden haben, getraute man sich fast nicht zu fragen. Dass meine Grossmutter die ganze Strecke auf ihren Knien irgendwo in dieser … Weiterlesen Zeugnis ruralen Lebens: «Lucanica», die lukanische Salsiccia

Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Francesco kann die PET-Flasche kaum halten. Mit zitternden Händen hält er sie über das Glas und der blutschwarze Saft ergiesst sich aus der wiederverwendeten Mineralwasserflasche stossweise in das Glas. Früher wurde mir bange; wer um Himmels Willen soll das alles trinken? Der Wein ist stark, soviel vorweg. Ich schaute hoffnungsvoll auf die Taralli – wunderbare … Weiterlesen Nostrano, Aglianico und andere Weine – Essenzen der eigenen Erde

Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

Ein ausgestossener Ton, den man nicht verschriftlichen kann, dafür umso amüsanter das Bild: Ich erinnere mich, wie meine Mutter – wie von der Tarantel gestochen – bei einem Waldspaziergang in der Nähe von Pomarico einen erstaunlich sportlichen Satz machte, vom einen zum anderen Wegesrand, mit den Armen fuchtelnd. – Eine Schlange! Prolog Ich habe zwar … Weiterlesen Die Tarantella – Tanz mit Leidenschaft und gutem Gewissen

Maiatica und Co. – Oliven und das flüssige Gold

«Kennst Du das Cultivar oder die Cultivare, die in diesem Öl stecken?» – Ich muss mich unvermittelt etwas räuspern; nicht etwa, weil das Olivenöl, das ich gerade verköstige, im Hals sanft kratzt, vielmehr aus Verlegenheit. «Ich meine die Sorten, die verwendet wurden», sagt Gabriele schmunzelnd und verzieht seinen Mund, während er die goldene Substanz zwischen … Weiterlesen Maiatica und Co. – Oliven und das flüssige Gold

In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata

Was das Christuskind wohl zur Musik sagt? Ich betrachte die Figur eines Dudelsackspielers auf der grossen Krippenlandschaft. Ich habe vor der grossen Anlage in einem Seitenraum der grossen Kirche von Picciano Halt gemacht und festgestellt, dass die Figuren – zwar um einiges grösser – unseren Exemplaren gleichen, die im Hausbrand nach jahrelangem Sammeln ihr Ende … Weiterlesen In Ohren, Mark und Bein: Musik, Tanz und Instrumente in der Basilicata

«Basta che si sta bene» – Hymnen an die Basilicata und Oden an den Reichtum der Genügsamkeit

«Basta che si sta bene.» – «Hauptsache, es geht einem gut.» Die zierliche, kaum 1,50 Meter grosse Frau in schwarzem Gewand (die übliche Tracht der Witwen, die bis vor kurzem praktisch alle Frauen trugen), streicht sich über das von Falten zerfurchte Gesicht und schaut in die Ferne. Sie sagt es immer wieder, als ob sie … Weiterlesen «Basta che si sta bene» – Hymnen an die Basilicata und Oden an den Reichtum der Genügsamkeit

Mystische Begegnungen und Erfahrungen: Die Hochzeit der Bäume

Kürzlich habe ich gelesen, dass seit 2013 in verschiedenen südamerikanischen Ländern Hochzeiten zwischen Menschen und Bäumen gefeiert werden; die Aktion wurde von einem Schauspieler angeregt, der selbst bereits in Polygamie mit mehreren Bäumen lebt, und hat einen ernsten Hintergrund: Mit diesen Feiern sollte ein Zeichen gegen die fortschreitende und vor allem illegale Abholzung gesetzt werden.[1] … Weiterlesen Mystische Begegnungen und Erfahrungen: Die Hochzeit der Bäume

Auf den Spuren der «strade ferrate»: Eisenbahn in der Basilicata

Ich treffe Christus am Kiosk an der Piazza Matteoti in Matera. «Siehst Du das rötliche Gebäude geradeaus?» Er nickt. «Das ist der Bahnhof von Matera.» Da mich mein Reisegefährte ungläubig anschaut, zumal keine Gleise sichtbar sind und ich ihm eine Bahnfahrt über die Alta Murgia versprochen habe, hole ich weiter aus: «Für die einen ist … Weiterlesen Auf den Spuren der «strade ferrate»: Eisenbahn in der Basilicata

Maria Magdalenas Auferstehung als Apostolin – Auf Reise in einer suggestiven Landschaft und Filmkulisse

Es waren eiskalte Novembertage, als 2016 wieder einmal eine Film-Crew Matera für eine grössere Produktion in Beschlag genommen hatte. Unzählige Komparsinnen und Komparsen, die man aus der Gegend rekrutiert hatte, warten in Gewändern aus biblischen Zeiten und Sandalen auf Anweisungen. Ich will mir nicht ausmalen, wie erfrischend etwa die Taufszenen bei diesen Temperaturen im Wasser … Weiterlesen Maria Magdalenas Auferstehung als Apostolin – Auf Reise in einer suggestiven Landschaft und Filmkulisse

«Quo vadis?» – Das faltige Gesicht einer alten Landschaft voller Kontraste

Wir fahren mit dem Zug von Potenza her kommend in das Basento-Tal; Grassano, auf den Spuren Carlo Levis, der die Landschaft damals um einiges langsamer als wir auf sich einwirken lassen konnte. Bald sind wir da, nächster Halt Ferrandina. Christus blickt in die Ferne. Unser Blick folgt den vorbeiziehenden Hügelzügen, die das Tal säumen. Ungeordnete … Weiterlesen «Quo vadis?» – Das faltige Gesicht einer alten Landschaft voller Kontraste

Die «Colomba Pomaricana» – Ein österlicher Schlüsselmoment auf dem Tisch

Scarcèdd – eines dieser Wörter, die ich mir lange nie merken konnte. Man verzieht dabei vielleicht etwas den Mund, bis man es sprachlich und in der richtigen Intonation hinkriegt. Und eine ähnliche Mimik meint man im Gesicht eines Nordländers zu erkennen, wenn man dieser Person erzählt, worum es sich bei diesem auf den ersten Blick … Weiterlesen Die «Colomba Pomaricana» – Ein österlicher Schlüsselmoment auf dem Tisch

«Cucina povera»: Auf der Suche nach dem Reichtum der Arme-Leute-Küche

«Lieber mit leerem Magen zu Bett gehen als morgens mit Schulden aufwachen.» So lautet eine der vielen sprichwörtlichen Weisheiten der einst sehr armen Gegend, die auch immer wieder den Bereich des Essens berühren. Natürlich spielt das Sprichwort auf das harte Leben auf der lukanischen Erde – ob auf den Hügeln, in den Bergen, auf den … Weiterlesen «Cucina povera»: Auf der Suche nach dem Reichtum der Arme-Leute-Küche

«Ich bin dunkel, aber schön» – Die Königin der Basilicata

Etwas so nebenbei: «Weisst Du, dass die Basilicata eine Königin hat?» – Christus macht ein erstauntes Gesicht. «Ja, die Bauern und Hirten haben eine mächtige Beschützerin. Es ist niemand geringeres als deine Mutter…». Ich blättere gerade in einem Reiseführer und zeige Christus das Bild einer thronenden Madonna mit Kind. «Oh, da bin ich ja schon … Weiterlesen «Ich bin dunkel, aber schön» – Die Königin der Basilicata